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Irlands Nationalmuseum ertrinkt in Funden

 

(13-05-08) Eigentlich sollten die irischen Archäologen glücklich sein. Die Bauwut für das Straßennetz der Hauptstadt Dublin beschert ihnen eine wahre Flut von Forschungsmöglichkeiten. Die Zahl der Grabungsgenehmigungen hat sich vervierfacht - innerhalb von zehn Jahren. Und ist somit zu einem der am stärksten anwachsenden „Wirtschaftszweige“ auf der Grünen Insel geworden, wie es in der Zeitschrift Independent heißt.

Allein die als Behörde für den Straßenbau zuständige National Road Authority zweigt von ihrem 1,7 Milliarden Euro Etat rund 25 Millionen für die Archäologen ab, auf dem Kontinent sind das Traumzahlen.

Verstärkt Kopfschmerzen haben hingegen jene Archäologen und Kuratoren, die für die Archivierung des inzwischen etwa 1,5 Millionen zutage geförderten Fundstücke verantwortlich sind. Es ist schlicht kein Platz mehr, das Archiv des Dubliner Nationalmuseums quillt über. Das Chaos ist so perfekt, dass „(wir)...nicht einmal mehr an das Material herankommen, geschweige denn es katalogisieren können“ wird Olivia Mitchell im Independent zitiert, die in der Partei Fine Gael als kulturpolitische Sprecherin fungiert.

Dabei scheinen korrekt durchgeführte archäologische Grabungen nicht einmal das Problem zu sein. Viele Stücke werden während der Bauarbeiten eher beiläufig geborgen. „Es ist schauderhaft“, so Mitchell weiter, „die Leute heben das Material auf und werfen es auf einen Haufen“. Funddokumentation Fehlanzeige. Es habe sich eine Indiana-Jones-Mentalität breit gemacht.

Eine Lösung des Fiaskos ist nicht in Sicht. Mitarbeiter des Nationalmuseums haben mittlerweile die Archäologen vor Ort gebeten, keine Fundstücke mehr anzuliefern, auch wenn sie sorgfältig dokumentiert wurden. Eine solche Aufforderung ist vor allem peinlich für ein Land, das Ende Juni Gastgeber des World Archaeological Congress (29.06. - 04.07.2008) sein wird.

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Im Irischen Nationalmuseum Dublin herrscht das Chaos. Millionen von Fundstücken, davon viele undokumentiert, überhäufen die Mitarbeiter. Die fühlen sich inzwischen an Indiana Jones erinnert. Bildquelle: Asterion, CC sa, AON

 

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