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Zweifel an römischer Militärpräsenz im „Römerlager“ Kneblinghausen

 

(20-04-08) Neuerliche Ausgrabungen einer als römisches Militärlager bezeichneten Befestigungsanlage aus dem ersten Jahrhundert in Rüthen-Kneblinghausen (Kreis Soest) haben Zweifel an einer dauerhaften Präsenz der römischen Armee vor Ort aufkommen lassen. Die geborgenen Funde bestätigen eine germanischen Besiedlung, das Vorhandensein von Wandscherben mit Fingertupfen weist in die Zeitenwende. Die Siedlung war , von früheren Grabungen bereits durch typische Langhäuser, Öfen, Gruben und Brunnen nachgewiesen.

Allerdings gingen die Ausgräber der ersten Kampagnen zwischen 1902 und 1939 zusätzlich von einer römischen Wehranlage („Römerlager Kneblinghausen“) aus und identifizierten eine Holz-Erde-Mauer, was auf ein Standlager deutet. Auch heute ist von Bautätigkeiten römischer Pioniere im Kneblinghausener Gebiet der Zeitenwende auszugehen.

Die derzeitiger Erforschung der Nordwestecke des befestigten Bereiches bestätigt lediglich eine als römisch anzusprechende Wall-Graben-Anlage, lässt auf eine Holz-Erde-Mauer verweisende Pfostenlöcher jedoch vermissen. Überhaupt sind die Funde dünn gestreut, einzig eine Hacke konnte als „römisch“ angesprochen werden.

Somit liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem „Römerlager Kneblinghausen“ um kein Standlager handelte, sondern nur um eine für wenige Tage oder Wochen belegten Feldlager - solche waren i.d.R. Nur mit unkomplizierter anzulegenden Wall-Gräben gesichert.

Nicht völlig ausschließen wollen die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, dass schlicht an der falschen Stelle gegraben wurde. Weitere Kampagnen könnten das Vorhandensein einer Holz-Erde-Mauer endgültig klären und somit auch die Frage beantworten, ob sich in Kneblinghausen ein Stand- oder Marschlager der römischen Armee des 1. Jh. uZ. befand.

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Lageskizze der römischen Militäranlage bei Kneblinghausen, Bildquelle: Webseite Gemeinde Kneblinghausen

 

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