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Polizei rekonstruiert mögliches Gesicht des Kopernikus

 

 Anhand eines Schädels haben polnische Experten möglicherweise das Gesicht von Nikolaus Kopernikus (polnisch Niklas Koppernigk) rekonstruiert.

Bei Ausgrabungen im Altarbereich der Kathedrale von Frombork (Frauenburg) fanden polnische Archäologen menschliche Überreste, die sie dem Astronomen zusprechen. Seit mehreren Jahren wurde hier bereits nach dem Grab des Gelehrten gesucht, denn Kopernikus war zu Lebzeiten nicht nur Astronom, sondern hier hauptberuflich Domherr. Historischen Überlieferungen zufolge wurde er im Altarbereich beigesetzt. Leider helfen diese Angaben heute nicht mehr weiter, denn die Kirche wurde während der Schwedenkriege stark beschädigt, die Ortsangaben wiesen jedoch ebenso ins Leere wie die zahlreichen vorherigen archäologischen Maßnahmen.

So ist letztendlich nicht absolut sicher, ob die gefundenen Skelettteile auch tatsächlich zu Kopernikus gehören. Dennoch wurde im Warschauer Zentralen Kriminallabor eine Gerichtsrekonstruktion angefertigt, deren Ähnlichkeiten zu vorhandenen Porträts des Gelehrten zumindest nicht von der Hand zu weisen sind. Jerzey Gasowski vom Institut für Anthropologie und Archäologie im zentralpolnischen Pultusk ist sich sicher, dass „es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich um den Schädel von Nikolaus Kopernikus handelt ... unsere Theorie, dass die Domherren früher in der Nähe des Altares ihrer Kirche beigesetzt wurden, wäre damit bewiesen“, sagte er dem polnischen Rundfunk Polskie Radio.

Kopernikus wurde 1473 in der nordpolnischen Stadt Thorn geboren und starb im Alter von 70 Jahren in Frombork. Bedeutung erlangte der Gelehrte, um dessen kulturelles Erbe sich Polen und Deutsche bis heute streiten, durch seine astronomischen Forschungen. An ihrem Ende stand die Erkenntnis von der Bewegung der Erde um die Sonne, also das heliozentrische Weltbild. Das Ergebnis veröffentlichte er in seinem 1542 erschienenen Werk De revolutionibus orbium caelestium (Von den Bewegungen der Himmelskörper). Erstaunlicherweise geriet er nicht in Konflikt mit der Kirche, wie später Galileo Galilei und Giordano Bruno, die seine Gedanken weiter entwickelt hatten. Kopernikus hatte sein Werk sogar dem damals herrschenden Papst Paul III. gewidmet. Bekannterweise wurde Bruno auf dem Scheiterhaufen hingerichtet und Galilei entging nur durch Widerruf dem gleichen Schicksal.

Rüdiger Heinrich

(erschienen am 7. November 2005 in Nachtschwärmer-Online).

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Ein zeitgenössisches Bild des Kopernikus..., Foto: porträt.kaar.at

 

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...und was die Polizei Warschau aus einem Schädel so alles machen kann! Foto: afp

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