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Neues von VOPON

 

 

Die Voice of Peace onshore VOPON ist ein Piratensender irgendwo in Israel. Die Station tritt in der Programmgestaltung als Freier Musiksender auf, auch wenn der Inhalt der Programme politisch eindeutig ist und der Siedlerbewegung zuzuordnen ist. Sendesprachen sind hebräisch und englisch, die Frequenz eine längere Zeit 6.500 kHz bei einer angegebenen Sendeleistung von 1,5 kW, wobei hier wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken war. Die Nachrichten sind häufig „geklaut“, zur vollen Stunde wird ein Schalter umgelegt und entweder Reshet Bet der Israel Broadcasting Authority (IBA) angezapft oder auch hin und wieder der im Moment nur im Internet arbeitende Kanal 7 (Arutz Sheva), das inoffizielle Sprachrohr der israelischen Siedlerbewegung.

Bei Kurzwellenfreunden führte dies immer wieder zu fehlerhaften Empfangsberichten, da sowohl Kol Israel, als auch Arutz Sheva dafür bekannt sind bzw. waren, Frequenzen auch außerhalb der regulären Funkbänder zu nutzen, um Störungen im auch funktechnisch nicht gerade friedlichen Nahen Osten zu entgehen. Verwechslung also nicht ausgeschlossen. Die Stationsansage „Kol Israel Yerushalayim“ bedeutet also nicht zwingend, dass die IBA wider Erwartungen und Hoffnungen seine Kurzwellenprogramme weiter betreibt. Auch einige Kurzwellenlogs, die den Armeesender Galei Zahal aufführen, dürften in der Praxis auf israelische Piratensender zurückzuführen sein. Eine eigene Stationskennung der VOPON ist Glücksache und ganz von Lust und Laune des jeweiligen Moderatorenteams abhängig. Sie ist englischsprachig und lautet: „From somewhere in Israel, this is the Voice of Peace onshore, VOPON, broadcasting for peace and security for the whole nation of Israel”.

Und hier liegt der ausschlaggebende Unterschied zwischen VOPON und der legendären Voice of Peace (Kol Hashalom), die offshore vor der Küste Tel Avivs auf Mittelwelle 1540 kHz operierte. Während der Seepiratensender sich einer naiven Friedensromantik hingab und der verstorbene Gründer Abi Nathan ein in Israel umstrittener Friedensaktivist war, bezieht der Siedler-Piratensender ausdrücklich auf „Frieden und Sicherheit für die gesamte Nation Israel“, wobei unter „gesamt“ nicht nur das Land in seinen Gründungsgrenzen von 1948 zu verstehen ist. Die im Yesha-Rat vertretenen Siedler zählen auch Ostjerusalem, Samaria und Judaea (sog. „Westjordan“), die Golanhöhen und den gesamten Sinai hinzu. Der Slogan „Frieden und Sicherheit“ wiederum ist eine der Lieblingsformeln des ehemaligen Premierministers Ariel Sharon und war über Jahrzehnte Kerngrundsatz israelischer Außen- und Militärpolitik nahezu aller in der Knesset, dem israelischen Parlament, vertretenden Parteien.

Nach dem Räumung des jüdischen Gaza und dem damaligen Hauptsiedlungskomplex Gush Katif herrschte auf der vormaligen Frequenz 6.500 kHz der VOPON zunächst Schweigen. Der Mitteilung eines Betreibers an den Autoren zufolge wurde den Radiomachern der Boden „zu heiß“, hatte sich doch öffentliche Meinung und nicht zuletzt der Diensteifer israelischer Fernmeldebehörden zunehmend gegen die Anliegen der Siedler gewandt. Hinzu kam der politisch motivierte Grabenkrieg um die Sendelizens des offiziellen Sprachrohrs der Siedler, Arutz Sheva, der zurzeit nur im Internet zu empfangen ist.

Doch diese öffentliche Meinung scheint sich in Israel grundlegend geändert zu haben. Nach dem Abzug der israelischen Armee (Zahal) hagelte es aus dem mittlerweile Hamas-gelenkten Gazastreifen Raketen auf das südliche Israel. Die als „Gaza-Krieg“ bezeichnete Anti-Terror-Aktion der Zahal fand breite öffentliche Zustimmung, wenn zwar nicht weltweit, so doch in Israel selbst. Auch die jetzige israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu steht den Belangen der Siedler wohlwollender gegenüber, als die unglückliche Administration Olmert zuvor.

Nach eigener Aussage sendet VOPON seit Beginn des jüdischen Jahres 5771 (entsprechend dem 9. September 2011 u.Z.) wieder. Verwendung finden Frequenzen zwischen 6.300 und 6.500 kHz oberhalb des 49-Meter-Bandes. Auch die Sendezeiten sind unterschiedlich, fallen jedoch häufig in die Abendstunden mit Ausstrahlung der Nationalhymne zu Beginn und Ende der Sendung. Die früher vom europäischen Kontaktbüro gegenüber dem ORF angegebene Sendeleistung von 1,5 kW war eine (bewusste?) Fehlinformation, sie liegt deutlich darunter. So sind die Empfangsmöglichkeiten in Mitteleuropa eher dürftig, seit dem erneuten Sendebeginn konnte nur ein authentischer Empfangsbericht aus Süddeutschland bestätigt werden, dem stehen mehrere Dutzend aus Griechenland, Italien und vor allem Zypern gegenüber. Im Internet ist VOPON nicht aktiv, eine mögliche Präsenz wird jedoch nach eigenen Angaben diskutiert. Wie das ausländische QSL-Büro würde jedoch auch diese Aktivität von „somewhere out of Israel“ verwaltet werden. Logischerweise ixt man auch in Israel selbst nicht gut zu sprechen auf Rundfunkpiraten und deren Ableger im Netz...

Korrekte Empfangsberichte werden per QSL bestätigt. Die Kontaktadresse lautet „VOPON, Postfach 1541, 21606 Buxtehude, BRD“.

 

 

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